Was als textbasiertes Medium begann und nur für einige wenige, ausgebildete oder besonders interessierte Nutzer bestimmt war entwickelte sich rasend schnell zu einem Massendienst, welcher von immer mehr Bevölkerungsgruppen angenommen und genutzt wird. Dienste wie Facebook, YouTube und twitter sind fast allgegenwärtig und aus unserem Alltag nicht mehr weg zu denken. Die Sprache ist vom Internet.
Soziale Netzwerke und Videos im Internet sind mittlerweile ebenso Alltag wie Fernsehen, Radio und Tageszeitungen geworden, wobei ein Verdrängungswettbewerb noch nicht zu erkennen ist. Dies ist eine der zentralen Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2010, bei welcher ca. 1.800 User zu ihrem Nutzerverhalten befragt wurden.
Die Studie liefert wieder einige neue und interessante Erkenntnisse über das Nutzerverhalten der Deutschen. Inzwischen benutzt ein Großteil der Bevölkerung das Internet, wobei Web 2.0- Anwendungen besonders beliebt sind. Zu diesen Anwendungen gehören soziale Netzwerke, sowie Videoportale oder Ähnliches. Klares Fazit der Studie ist erneut, dass die Deutschen ein Volk von Surfern ist.
Knapp 50 Millionen Deutsche reiten bereits auf der digitalen Welle, wobei die angesteuerten Ziele unterschiedlich sind. Im Frühjahr 2010 nutzten 69,4 Prozent der deutschsprachigen Erwachsenen wenigstens gelegentlich das Internet. Dies entspricht ungefähr 49 Millionen Menschen ab 14 Jahren (ein Plus von 13 Prozent gegenüber 2009). Erklärend muss jedoch hinzugefügt werden, dass dieser „Zuwachs“ auch mit der Ausweitung der Grundgesamtheit von der deutschen auf die deutsch-sprachige Bevölkerung in der Media-Analyse (ma) begründet ist.
Das Durchschnittsalter der Nutzer liegt bei 39 Jahren (10 Jahre weniger als beim Fernsehen). 100 Prozent der 14- bis 19-Jährigen nutzen inzwischen das Internet. Neun von zehn 30- bis 39-Jährigen sind online und unter den 50- bis 69-Jährigen nutzen sieben von zehn das Netz.
Eine weitere Erkenntnis der Studie ist, dass die Nutzerschaft von Web 2.0-Anwendungen stetig wächst. Insbesondere bei 30- bis 39-Jährigen hat eine Nutzungssteigerung stattgefunden, während die Zahlen in den übrigen Altersgruppen eher stagnieren oder gar leicht rückläufig sind. Hinsichtlich der Grundidee des Web 2.0, der aktiven Beteiligung, bestätigt sich jedoch das Bild aus früheren Jahren: Die meisten Angebote werden durch eine nur geringe Zahl von Onlinern mit Inhalten versorgt, der Kreis der aktiven Web 2.0-Nutzer sinkt bei den meisten Anwendungen.
Das rasante Wachstum des Internets sowie Unzulänglichkeiten für immer anspruchsvollere Anwendungen bringen es jedoch möglicherweise in Zukunft an seine Grenzen, so dass inzwischen Forschungsinitiativen begonnen haben, das Internet der Zukunft zu entwickeln, das sogenannte „Future Internet“.
Weitere interessante Informationen und Statistiken zur ARD/ZDF-Onlinestudie 2010, sowie ältere Studien finden Sie unter http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/